Verkehrssicherheitstraining für die Kinder in der Notunterkunft

Von Juni bis zum November 2016 führte KidBike das Projekt „Kinder Mobilisieren“ durch. Jeden Mittwoch 16:00 Uhr holten die MitarbeiterInnen von KidBike e. V. die Schulkinder aus der Notunterkunft in der Zeughofstraße und später aus der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg ab und begleiten diese in die Jugendverkehrsschule am Görlitzer Park, in der Wienerstraße. Dort konnten sie aus dem großen Fuhrpark Fahrräder leihen und unter Anleitung ein verkehrssicheres Fahrradfahren erlernen. Wenn sie nicht gerade Fahrrad fuhren, konnten sie das Freizeitangebot der „Spielwiese“ auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule nutzen.

Insgesamt nahmen 31 Kinder von 4 bis 12 teil, wobei 50% der Kinder weiblich waren. Für die geflüchteten Kinder in der Notunterkunft in der Sporthalle Wrangelstraße/ Gerhart-Hauptmann-Schule gab es kein Freizeitangebot außerhalb der Notunterkunft, bei dem sie sich sportlich bewegen konnten und gleichzeitig etwas über die Verkehrssicherheit erfuhren, bei dem sie eine „normale“ Freizeit erlebten. Für Kinder war und ist es wichtig zu wissen, wie sie sich sicher im Straßenverkehr zu Fuß oder per Fahrrad bewegen. Für geflüchtete Kinder kommt hinzu, dass es norwendig ist, eine kontinuierliche, Sicherheits- und Geborgenheitsstruktur über ein festes BetreuerInnenteam anzubieten, um so eine emotionale Stabilität anzubieten.

Ziel des Projektes war es Erstens, den Bewegungsdrang der Kinder im Jugendfreizeitprojekt „Spielwiese“ in der Jugendverkehrsschule Wienerstraße über Sport und Fahrradfahren zu stillen. Zweitens, den Kindern auf dem Weg hin und zurück sowie auf dem Verkehrsübungsplatz selber Verkehrssichertsregeln zu vermitteln und diese praktisch einzuüben. Und Drittens, war ein Teilziel die Erweiterung der deutschen Sprachkompetenzen der Kinder. Die Kinder kennen nun bezüglich des Fahrradfahrens die Rechts-vor-Links-Regel, das Rechtsfahren, die Nutzung des Schulterblickes und von Handzeichen in Abbiegesituationen, das sichere Abbremsen, die Nutzung von Ampeln sowie das Lesen und Einordnen von Verkehrsszeichen wie zum Beispiel Stopp, Vorfahrt, Hauptstraße, Einbahnstraße. Sie haben beim Fußgängertraining gelernt, wie sie sich sicher und sozial verhalten sollten. Sie bewegen sich sicherer auf Fahrrädern und haben gelernt, das rücksichtsvolles Fahren im Straßenverkehr wichtig ist. Auch  wenn der Schwerpunkt beim Verkehrssicherheitstraining lag, wurde den Kindern auch Zeit eingeräumt, um die sportlichen Angebote des Kinderfreizeitprojekt in der Jugendverkehrsschule zu nutzen. Die Kinder haben die deutsche Bedeutung von Verkehrsschildern sowie -regeln kennen gelernt und können diese größtenteils auf Deutsch benennen. Das Projekt hat die sozialen, motorischen sowie sprachlichen Kompetenzen der Kinder gestärkt und ihre Fähigkeiten bei der Teilnahme des Straßenverkehrs erweitert. Die Kinder wurden zur aktiven Teilhabe am Straßenverkehr ermuntert.

Das Projekt wurde unterstützt durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin.

Das Projekt war bei den Kindern in den Notunterkünften sehr beliebt und wir hatte sehr viel Freude an dieser Arbeit. Wir hoffen, dass wir das Projekt bald weiter führen können und bedanken uns bei allen UnterstützerInnen.